„Die Kunst, die Wis­sen­schaft und ihre Leh­re sind frei. Der Staat gewährt ihnen Schutz und nimmt an ihrer Pfle­ge teil.“

So steht es in der Ver­fas­sung des Deut­schen Reichs vom 11. August 1919. Bil­den­de Künst­ler berie­fen sich auf jenen Arti­kel 142 und initi­ier­ten eine Rege­lung: die Kunst am Bau. Ist die öffent­li­che Hand die Bau­her­rin, ver­wen­det sie ein Pro­zent der Kos­ten für Kunst. Skulp­tu­ren, Gemäl­de, Instal­la­tio­nen ver­schmel­zen mit der Archi­tek­tur, tre­ten in den Dia­log mit dem Ort und schaf­fen einen Wert ohne Zweck. 1959 ent­stand in Mön­chen­glad­bach am Nie­der­rhein das Alte Stadt­thea­ter, ein Zeug­nis der Nach­kriegs­mo­der­ne. An sei­ne Innen­wän­de instal­lier­ten drei Maler groß­for­ma­ti­ge Wand­bil­der und Reli­efs. Fünf Geh­mi­nu­ten ent­fernt steht ein Grün­der­zei­ten­bau, das eins­ti­ge Staat­li­che Hoch­bau­amt. In den 1960er Jah­ren wur­de das Haus erwei­tert. Eine Wand trägt den Fries des Künst­lers Leo Müllen­holz. Die öffent­li­che Hand beschloss den Abriss bei­der Gebäu­de. Auch den fest instal­lier­ten Kunst­wer­ken droht das Ver­schwin­den. Wel­chen Schutz genießt Kunst, wenn ihre Kulis­se wei­chen soll? Mosa­ik streift durch die Abriss­häu­ser, befragt das Recht und sucht Künst­ler­er­ben.

Eine Repor­ta­ge von Clau­dia Fried­rich und ein Gespräch mit Ovis Wen­de, Künst­ler, Kunst­his­to­ri­ker und Pro­fes­sor an der Fach­hoch­schu­le Dort­mund



Adres­sen in Mön­chen­glad­bac

Städ­ti­sches Muse­um Abtei­berg
www.museum-abteiberg.de

V16
Ehe­ma­li­ges Staat­li­ches Bau­amt
Im Foy­er: Kunst am Bau von Leo Müllen­holz
www.v‑16.de

Ehe­ma­li­ges Stadt­thea­ter
Kunst am Bau von Mar­tin Lersch (Göt­ter­him­mel)
Hin­den­burg­stra­ße
Zen­trum von Mön­chen­glad­bach